Der Emmer- Ein Gruß aus der Zeit der Matronen Als Beispiel ist in der Ausstellung Emmer (Triticum dicoccum) zu sehen. Wie kam er zu uns? Die Entstehung der Kulturgetreide lässt sich anhand archäologischer Funde auf das 10.Jahrtausend v.Chr. datieren, und zwar im Raum des „fruchtbaren Halbmondes“. Das im Nahen Osten auf dem Gebiet der heutigen Staaten Israel- Syrien-Türkei-Irak gelegene Bergland war letztendlich die Wiege unserer Zivilisation, dort entstanden die ersten Kulturpflanzen und dort wurden erstmals Rind, Schwein, Schaf und Ziege domestiziert. Einkorn (Triticum monococcum) und Emmer waren die ersten Getreide, die im nördlichen Rheinland von seßhaften Ackerbauern angebaut wurden. Sie waren im Vorderen Orient aus den Wildgetreiden Wild-Einkorn (T. boeticum) und Wild-Emmer (T. dicoccoides) entstanden und sind Vorläufer der späteren Weizenformen, auch des Dinkels. Die Ausbreitung der Ackerbaukultur erfolgte in der Jungsteinzeit über den Balkan nach Mitteleuropa; um 5.300 v. Chr. siedelten die ersten Ackerbauern im Rheinland. In den Siedlungen der sog. Bandkeramischen Kultur war Emmer die wichtigste Getreideart. Emmer ist wie der heute noch bekannte Dinkel ein Spelzgetreide, bei
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dem - anders als bei den freidreschenden Nacktgetreiden wie Saatweizen - jedes Korn noch von Hüllspelzen umschlossen ist. Vor dem Mahlen müssen diese Hüllspelzen in einem gesonderten Arbeitsgang entfernt werden, dem Gerbgang. Der Emmer behielt seine große Bedeutung bis in die Zeit der vorrömischen Matronenverehrung in der Voreifel in den Jahrhunderten vor Christus; später nahm seine Bedeutung kontinuierlich ab. In Erinnerung blieb er bei Ortsnamen, beispielsweise Emmerich, oder Tiernamen, beispielsweise der Goldammer, denn sie war der goldene Vogel, der im Ammer (= Emmer) saß. Die Herkunft des Emmers in der Ausstellung ist heute nicht mehr eindeutig zu klären. Sicher ist, daß er, über Xanten kommernd, nach 1970 20 Jahre lang von G. W. Schmidt ( Hera-Forschungsstelle Uess/Vulkaneifel) durch Verwendung biologisch-dynamischer Präparate und Konstellationsaussaaten „verwandelnd veredelt“ wurde, bevor er in den Anbau  auf den Feldern von Haus Bollheim (Biologisch- Dynamischer Landbau, Zülpich-Oberelvenich) übernommen werden konnte. Dort wurde er über einige Jahre vermehrt und inzwischen wird dort Emmerbrot gebacken, das einzige echte Emmerbrot in Deutschland. Sollten die auf Matronensteinen  abgebildeten Ähren Emmer darstellen,wäre die Schönheit dieses brusthoch wachsenden feinen Getreides mit seiner ausgewogenen Gestalt, das heute wieder bei uns wächst, ein Gruß aus jener Zeit der Matronenverehrung. Anne Katharina Zschocke Zurück zu: Die Landschaft der Matronen
Notiz zum Vortrag  „Die Mannigfaltigkeit der Bäume und der Zyklus der Großen Göttin als Schlüssel zu Weisheit und Wandlung“ Eröffnungsvortrag der Tagung „Mit der Liebe zur Weisheit auf dem Weg zur Nachhaltigkeit. Welchen Beitrag kann die Philosophie zur Lösung unserer Zukunftsfragen leisten?“ Kloster Jakobsberg bei Ockenheim/Bingen, 15./16. September 2011 Zum „Zyklus der großen Göttin Zyklische Vorgänge wurden zu allen Zeiten bewußt und unbewußt erlebt: Der Morgen, der Mittag und der Abend, das Frühjahr, der Sommer und der Herbst sind Elemente im Rhythmus des Lebens, die sich in fließender Regelmäßigkeit wiederholen und den Rahmen bilden, in dem sich Leben auf der Erde gestaltet. In alter Zeit wurden sie als Aspekte der Großen Göttin erlebt, die sich im Dasein äußerte. Man fühlte sich eingebettet in eine vom steten Verlauf solcher Phasen gewobenen Ordnung, und fand Geborgenheit in der Gleichzeitigkeit von Veränderung und verläßlicher Wiederkehr. Die Große Göttin galt als allumfassend, ewig und der Urgrund des Seins, das Grenzenlose, das sich als Einheit in die Vielfalt gestaltete, und gleichzeitig die Einheit bleibt. Sie IST. Alles Leben ist in ihr. Diese große Göttin wurde differenziert in ihre drei Aspekte, die wiederum als Göttinen galten: In Anfängen, also beispielsweise dem Morgen, dem Frühjahr und der Jugend lebte die „Göttin der allumfassenden Ganzheit“. Sie ist der jungfräuliche Aspekt, das Neue, das, was alle Entstehung in sich birgt, das unbegrenzte Potential, das unbeschriebene Blatt. Zugeordnet ist ihr die Farbe Weiß. Als „Göttin der Lebensfülle“ offenbarten sich Aspekte der Fülle wie der Mittag, der Sommer und die Mitte des Lebens, die Zeit, in der Frauen Kinder gebären können. Es ist die Phase von befruchtender Dualität oder Polarität, die schöpferisch ist und etwas manifestiert. Sie äußert sich in der Farbe Rot. Den dritten, wieder zum ersten hinführenden Aspekt verkörpert die „Göttin der ständigen Wandlung“. Der Abend, welcher in die Nacht, der Herbst, welcher in den Winter, und das  Alter, das ins Jenseits übergeht, sind ihr Reich. Sie führt ins Unbekannte, in das Verborgene und Unerwartete, in das ganz Andere, und spricht durch die Farbe Schwarz. Aus dem Wandlungsaspekt gebiert sich wieder der Aspekt des Neubeginns, der wiederum  die Fülle hervorbringt, aus der sich erneut die Wandlung ergibt. Anfang, Lebensfülle und Wandlung, Weiß, Rot und Schwarz verbinden sich in steter Wiederkehr zur zyklischen Einheit der Großen Göttin. Dr. Anne Katharina Zschocke Zurück zu: Die Landschaft der Matronen